LENZ

Jeder weiß: Wenn man krank ist, geht man zum Arzt. Aber welche Anlaufstellen es bei psychischen Problemen gibt und wie einem dort geholfen werden kann, findet man häufig erst heraus, wenn bereits erste schwerwiegende Symptome existieren. Doch genau dieses Wissen und eine gewisse Achtsamkeit untereinander ist fundamental wichtig für die frühzeitige Behandlung psychischer Erkrankungen.

Mit „LENZ“ wollen wir dieses Problem angehen. Unser Projekt besteht aus zwei Teilen. Zunächst wollen wir mit einem hohen inhaltlichen und visuellen Anspruch einen Kurzfilmadaption von Georg Büchners gleichnamiger Erzählung produzieren.

Dieser Film soll dann direkt nach seiner Fertigstellung an Frankfurter Schulen im Rahmen von eigens organisierten Workshops gezeigt werden. Anschließend möchten wir die Schüler*innen einladen, mit einzelnen Projektbeteiligten und Expert*innen über das Thema psychische Gesundheit zu sprechen. Der Film soll dabei helfen, eigene Erfahrungen und Erlebnisse in das Gesehene zu projizieren und einen Raum für achtsamen Austausch untereinander bieten. Nicht zuletzt wollen wir mit den Schüler*innen erarbeiten, welche Anlaufstellen es heute gibt, um sich Hilfe zu holen.

Inhalt

Der junge Schriftsteller Lenz kämpft mit seiner psychischen Verfassung und sucht den Pfarrer Oberlin auf, um mehr Geborgenheit zu erfahren. Doch dessen Beistand kann ihm nur kurzzeitig helfen und Lenz erleidet ständig Rückfälle. Gleichzeitig beginnt er, sich für ein unbegreifliches Leuchten im Wald zu faszinieren, das ihn immer weiter in den Wahn treibt.

Fokus

In Zeiten multipler Krisen ist es besonders wichtig, ein Bewusstsein für die psychischen Bedürfnisse jedes Einzelnen zu entwickeln. Schon Büchners literarischer Vorlage gelingt dies mit einer beeindruckenden Unaufgeregtheit. Unsere Filmadaption möchte diese Thematik auf eine neue Ebene bringen und einen nahbaren und gleichzeitig rationalen Einblick in die Psyche seines Protagonisten bieten.

Crew

Sean Pfeiffer – Drehbuch

„Ich studiere Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien; ich schreibe Lyrik, Prosa und Drama, manchmal essayistisch, hauptsächlich über die Grenzen wie die Grenzenlosigkeit menschlicher Körper und Körperlichkeiten; was vielleicht zu tun hat mit meiner Affinität zu Büchner und zu seinem Lenz: die unbedingte Wahrnehmungsverschiebung, die sich im Körper – im Körper im Raum – eigentlich übersetzt, Lenz‘ Zwang, die Dinge anders anders aufzufassen, mit den Augen auf den Kopf zu stellen und sie damit in eine ständige Gefahr bringt.“

Felix Bausch – Regie

„In Frankfurt studiere ich Theater-, Film- und Medienwissenschaft, doch das Filmemachen begleitet mich schon viel länger. Mit jedem meiner Filme kommt eine neue Auseinandersetzung mit mir selbst, meinen Haltungen und meinen inneren Konflikten.
Lenz ist kein einfacher, für mich persönlich durchaus recht intensiver Stoff, der dennoch immer Verständnis aufbringt und eine Perspektive nicht aus den Augen lässt:

Und was, wenn doch alles gut wird?“

Lena Weißmüller – Produktionsleitung

„Zur Zeit studiere ich für meinen zweiten Bachelor an der Hochschule Mainz Zeitbasierte Medien. Zuvor absolvierte ich erfolgreich das Studium der Filmwissenschaften an der Freien Universität Berlin. An der Art on the run school in Berlin entdeckte ich, dass mir Produktion besonders liegt. Seitdem produziere ich zwischen Mainz und Berlin Musikvideos und Kurzfilme. Besonders reizen mich Projekte mit einem hohen künstlerischen Anspruch, sowie visueller Qualität.“

Achtsamkeit

Filmemachen kann recht toxisch sein. Denn der unbedingte Wille, eine gemeinsame Vision umzusetzen, führt mitunter zu wenig Schlaf, unterdrückten Bedürfnissen und verletzten Gefühlen.

Mit einem klar kommunizierten Awarenesskonzept für die Projektvorbereitung und den Dreh wollen wir eine sichere Arbeitsatmosphäre schaffen und eine offene Kommunikation ermöglichen.

Awareness bedeutet auch Achtsamkeit für den Planeten. Green Shooting, also klimabewusstes Filmemachen ist für uns eine Selbstverständlichkeit.

Unterstützer*innen

Die Konzeption und Durchführung der Workshops findet in Kooperation mit dem Frankfurter Verein zur Unterstützung von psychisch kranken Kindern & Jugendlichen e.V. statt. Weitere Infos dazu sind auf der Website und den Social-Media-Kanälen des Vereins zu finden:

Überblick

LENZ – eine Filmadaption von Georg Büchners gleichnamiger Erzählung

Lauflänge: ca. 25-30 min

Sprache: Deutsch, Engl. Untertitel

Drehzeitraum: Februar – März 2023 (vrsl. 13 Drehtage)